Die Creativ-dynamische Bildsynthese  ® nach Obenaus 

Katja Obenaus, München

METHODE: Die Behandlungsmethode 'Creativ-dynamische Bildsynthese ®' erfordert nur 4 - 12 Sitzungen in einer Einzelpsychotherapie oder in der Gruppe. Das Prinzip besteht darin, drei Bilder imaginativ zu erstellen, sie dann zu zeichnen und schließlich täglich imaginativ damit zu üben im Sinne einer kontinuierlichen Selbstbehandlung.

Die Creativ-dynamische Bildsynthese ® (CDB) ist ein psychotherapeutisches Verfahren, das aus einer Kombination von katathymem Bilderleben (Leuner 1955, 1981)und Neurolinguistischem Programmieren (Bandler, Grindler 1979, 1981) von K. Obenaus , München, entwickelt wurde.

Das Prinzip besteht darin, weit voneinander entfernte Selbstkonzepte, die vom Betroffenen teilweise auch bewusst oder unbewusst abgelehnt werden, herauszuarbeiten und ins Bild zu setzen, um sie danach in einer imaginativen Verschmelzung zu resynthetisieren und auf diese Weise neue Konzepte zu entwickeln. Diese Entwicklungsarbeit wird durch die CDB-Methode gefördert und angeleitet.

Die Bilder tauchen auf einer Art inneren Leinwand auf und werden dann gezeichnet. Unter Anleitung erstellen die Patienten erst ein Symptombild, in dem sich ihr seelisches und körperliches Leid wiederfindet, dann ein Wutbild, in dem das Aggressionspotenzial herausgearbeitet wird und schließlich entsteht durch gedankliche Vorstellung in einem Vermischungsschritt ein weiteres Bild, das günstige Wandlungen und Veränderungen enthält. Dieses Bild, das eine menschliche Gestalt zeigen muss, bezeichnet eine positive Zielvorstellung, die derjenige, der es hervorgebracht hat, in seiner Vorstellung nun entwickelt hat. Dieses letzte Bild wird nun in der Funktion eines psychologischen "Medikamentes" eingesetzt. Es muss täglich mit dem "inneren Auge" angeschaut werden. Im Sinne eines steten Tropfens, der den Stein höhlt, verändert sich nun der Patient oder die Patientin im Laufe der Zeit in diese Richtung. Durch diese Veränderung im Wesen der eigenen Person, in den Einstellungen, durch die tägliche Vorstellung eines gesunden Körperbildes werden nun verschiedene Krankheitsbilder gebessert.

Das so entstandene neue Selbstkonzept enthält bisher unintegriert und unökonomisch ausgelebte oder verdrängte und nun integrierte Potentiale der Person und wird dann in der Funktion eines Lotsen wie ein täglich anzuwendendes Medikament eingesetzt.

BELEGTEWIRKSAMKEIT /STUDIEN/ INDIKATIONEN : Klinische Beobachtungen und eine in der Urologie durchgeführte Studie (Sommer, Engelmann, Obenaus 2001) sowie das erste Zwischenergebnis einer Pilotstudie im Bereich des chronischen Schmerzes (Konder 2001, Obenaus 2001 ) haben gezeigt, dass die CDB bei der Lösung von Problemen hilfreich ist und Angst und Depression ausgeprägt mindern kann. Sie kann eingesetzt werden bei psychogen bedingtem chronischen Schmerz, bei Sexualstörungen von Mann und Frau. Bezüglicher weiterer Indikationen aus dem Bereich der funktionellen Störungen wie nervösen Herzbeschwerden, nervösen Darmerkrankungen befindet sich die Methode noch in der Testphase.

THEORIE DER CDB: Die Theorie der CDB geht davon aus, dass es die meist unbewussten Selbstkonzepte sind, die Erleben und Handeln bestimmen. Ist die Aggressionshemmung im Selbstkonzept verankert, muss sie dort verändert werden, damit es zu einem freieren und selbstbewussteren Erleben und Verhalten kommen kann. Ein gewandeltes, integrierteres Selbstkonzept führt zu einer Abnahme der Hemmung und - im Falle von Traumaerfahrungen, die auf eine prämorbide Persönlichkeit treffen - zu einer Zunahme der Aggressivität, die gebraucht wird, um ein Trauma angemessen verarbeiten zu können. Eine Aufhebung oder Besserung der Aggressionshemmung führt - wie man beobachten kann - zur Anhebung des Selbstwertgefühls, wenn diese Besserung der Aggressionshemmung in integrierter, d.h. sozial verträglicher Form geschieht.

In den als unerträglich verstandenen und abgespaltenen Strukturen oder Selbstkonzepten, die sich im Aggressionsbild darstellen lassen, ist in der Mehrzahl der Fälle ein höheres energetisches Potential angesiedelt ist als im Symptombild, das im Falle der Schädigung durch ein Trauma ein Selbstkonzept der Ohnmacht, des Nicht-Könnens oder Nicht-Wollens, des Sich-Nicht-Trauens und der Versagensangst darstellt. Wenn die aggressiven Anteile abgespalten werden, weil sie mit den Werten und Normen nicht übereinstimmen, und dem Individuum bei seiner Selbst-Konzep­tualisierung nicht zur Verfügung stehen, geht wertvolle Energie verloren. Durch die Integration der als "unerträglich" verwor­fenen Teile wird diese Energie dem neuen integrierten Selbstkonzept wieder zugeführt. 

Das therapeutische Konzept des Integrations­bildes besteht in der Vorstel­lung, dass dieses Bild eines virtuellen Selbst durch wiederholte gedankliche Vorstellung aus sich selbst heraus eine suggestive Kraft entfaltet und die Entwicklung des Proban­den/Patienten in die vom Bild angezeigte Richtung fördert. 


Literatur: Über das Schmerztherapieverfahren kann man sich belesen in:

Obenaus Katja: Schmerztherapie mit neuen Selbstbildern - Die Creativ-Dynamische Bildsynthese, 2006; München: Reinhardt

Obenaus Katja , Konder  Heribert: Creativ-dynamische Bildsynthese: ein neuer methodischer Ansatz zur Ziel- und Sinnfindung in der Psychotherapie in Bd. 3 der Reihe Affekt – Emotion – Ethik. „Affekte und konstruktive Gestaltung in Psychotherapie, Medien und Politik“: Hg. H A Kick, J. Taupitz; Lit-Verlag Münster, 2006, S. 123 - 142

Sommer Frank (2004):  Nichtinvasive und nichtmedikamentöse Theapieoptionen

in: Männliche Sexualität und Alter. Hrsg. Braun M, Klotz T, Engelmann U Stuttgart: Thieme-Verlag

Kongress:

Praktikerseminar Creativ-dynamische Bildsynthese ®  beim Schmerzpatienten beim Deutschen Schmerzkongress Berlin, Oktober 2001. Vorsitz: K. Obenaus (München)

Kreativität in der Psychotherapie - H.-D. Basler (Marburg) Abstract

Mentale Selbstbehandlung des chronischen Schmerzes mit neuem Selbstkonzept - K. Obenaus (München) 

Behandlungsergebnisse beim Schmerzpatienten mit der Creativ-dynamischen Bildsynthese ® - H. Konder (Hagen)

Obenaus Katharina (2001): Mentale Selbstbehandlung des chronischen Schmerzes mit neuem Selbstkonzept, Der Schmerz, Bd 15, 2001, Suppl. 1; S. 97 Abstract

und

Konder Heribert (2001) : Behandlungsergebnisse beim Schmerzpatienten mit der Creativ-dynamischen Bildsynthese (CDB), Der Schmerz, Bd 15, 2001, Suppl. 1; S. 97 Abstract

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